Das sollten Sie über Zahnfüllungen wissen!
Durch Zahnfüllungen werden Defekte am Zahn behandelt und seine Stabilität wiederhergestellt. Sie werden eingesetzt, wenn der Zahnschmelz angegriffen oder bereits ein Teil der Zahnsubstanz verloren gegangen ist. Dabei gilt: Der Zahn soll funktionsfähig bleiben und möglichst langfristig erhalten werden.
Gründe für eine Füllung
In den meisten Fällen ist Karies der Auslöser. Die Kariesbakterien produzieren bei der Verstoffwechslung von Zucker schädliche Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Unbehandelt kann die Karieserkrankung bis tief in den Zahn vordringen und ihn damit vollständig zerstören.
Bei folgenden weiteren Symptomen kann eine Zahnfüllung sinnvoll sein:
- abgebrochene Ecken, feine Risse und Frakturen am Zahn
- empfindliche, freiliegende Zahnhälse (z.B. in Folge von Zahnfleischrückgang)
- deutlicher Verlust der Zahnsubstanz durch Zähneknirschen
- wiederholte Säurebelastung, etwa durch häufiges Trinken von Softdrinks
Karies erkennen: Das sind die Hinweise
Karies entwickelt sich zunächst oft unbemerkt. Mögliche Hinweise können sein:
- erhöhte Sensibilität auf Süßes oder Temperaturreize
- sichtbare dunkle Punkte, Verfärbungen oder Löcher
- Zahnschmerzen
Bei diesen Anzeichen ist eine zeitnahe zahnärztliche Abklärung erforderlich!
Materialien für Zahnfüllungen
Bei Füllungen unterscheidet man zwischen Materialien, die direkt im Zahn verarbeitet werden, und indirekten Einlagefüllungen, die erst im Labor angefertigt werden müssen.
- Komposit (direkt, zahnfarben):
Komposit wird Schicht für Schicht in den Zahn eingebracht und mit UV-Licht ausgehärtet. Es kombiniert Stabilität mit Ästhetik und lässt sich präzise formen und nachbearbeiten. - Glasionomerzement (direkt):
Durch seine chemische Haftung eignet er sich häufig als provisorische Lösung oder bei kleineren Defekten. - Komposit (direkt, zahnfarben):
Wenn der Defekt größer ist, sind laborgefertigte Einlagen meist die Methode der Wahl. Sie werden passgenau hergestellt und anschließend eingesetzt (geklebt oder zementiert).
Ablauf der Behandlung
In der Regel handelt es sich bei Zahnfüllungen um einen verhältnismäßig kürzeren Termin, oft unter einer Stunde, abhängig von Umfang und Material der Füllung. Der Ablauf ist typischerweise wie folgt:
- Betäubung
- Präparation: Entfernung der erkrankten Bereiche
- Reinigung & Desinfektion des entstandenen Hohlraumes
- Einbringen des Materials
- Lichtaushärtung
- Bissprüfung und Feinkorrektur (für Passung mit Gegenkiefer)
- Politur
Nach dem Termin sollten Sie mit dem Essen warten, bis die lokale Betäubung vollständig ihre Wirkung verloren hat, um Bissverletzungen zu vermeiden.
Mögliche Nachwirkungen des Eingriffs
Ein frisch gefüllter Zahn kann noch einige Tage nach dem Eingriff sehr sensibel sein – besonders bei Kälte und Hitze. Die Ursache ist eine Überreizung der Zahnnerven, die meist von selbst wieder abklingt. Wenn die Schmerzen länger anhalten oder stärker werden, sollte man für eine Kontrolluntersuchung erneut den Zahnarzt aufsuchen, da in seltenen Fällen eine Infektion vorliegt oder eine Wurzelbehandlung erforderlich ist.
Wie lange hält eine Füllung?
Die Lebensdauer einer Füllung hängt von mehreren Faktoren ab: Material, Größe und Lage der Füllung sowie die Kaubelastung durch persönliche Gewohnheiten wie Zähneknirschen oder der häufige Verzehr harter Nahrungsmittel. Als Faustregel gilt:
- Komposit: ca. 5–10 Jahre
- Keramik/Gold (Einlagen): häufig über 15 Jahre
Empfindlichkeit auf kalt/heiß/sauer oder erneute Schmerzen können darauf hindeuten, dass eine Füllung nicht mehr dicht ist. Dann sollte sie erneuert werden, um eine Kariesbildung unter der Füllung zu verhindern.
Gründliche Zahnhygiene – so bleibt die Füllung länger intakt
- 2 x am Tag Zähneputzen, idealerweise mit fluoridhaltiger Zahnpasta
- Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen
- antibakterielle Mundspülung ergänzend & bei Bedarf
- regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sowie professionelle Zahnreinigung (halbjährlich)